Ein weiterer Schritt zu einer guten Integration in unserem Land – Die orthodoxe Taufe der kleinen Namin in einer ev. Kirche in Kassel

 

Im März berichteten wir von der Geburt Namins, deren Eltern aus Eritrea fliehen mussten und in Bad Gandersheim aufgenommen wurden. Seitdem werden sie von Mitgliedern der Flüchtlingshilfe betreut, um ihnen die Integration als Neubürger zu erleichtern. Bei der jetzt kürzlich durchgeführten orthodoxen Taufe der kleinen Namin in einer ev. Kirche in Kassel berichtet Elke Pilz, die vor Ort der Zeremonie beiwohnte:

„Ab 6 Uhr morgens sollte ein orthodoxer Gottesdienst mit 3 Taufen und einer Hochzeit in der Landessprache Eritreas stattfinden. Die Tante von Mussie, er ist der Vater von Merry + NaminNamin, war mit Tochter und Sohn extra aus England gekommen und hatte für den Täufling und für die Mutter Merry die Landestracht für dieses Fest als Geschenk mitgebracht. Einige Freunde waren aus verschiedenen Richtungen ebenfalls gekommen, um an diesem Taufgottesdienst teilzunehmen. Es erwarteten uns in der Kirche Jugendliche mit Trommeln, der Hauptpriester mit 3 Hilfspriestern und eine langsam anwachsende Gemeinde, die alle festlich, Männer und Frauen, in weiß gekleidet waren. Vorne in der Kirche war wie in orthodoxen Kirchen üblich der Altarbereich für die Priester abgeteilt und mit Vorhängen verhüllt. Die Priester traten immer wieder während der Handlungen hinter ihnen hervor, um mit der Gemeinde zusammen zu singen und zu beten und Segnungen vorzunehmen. Für mich als Deutsche erlebte Tauf-zeremonieich den Rollentausch, den unsere ausländischen Mitbürger in unseren Gottesdiensten erleben. Vieles war fremd, unverständlich und doch gut mit den Augen zu verfolgen. 3 ½ Stunden verlief der Gottesdienst zuerst mit der Trauungszeremonie, dem eigentlichen Gottesdienstablauf und dann den Taufen. Nach der Segnung des Taufwassers, des Taufbereichs und der Anwesenden, werden die Säuglinge entkleidet, und die Taufzeremonie vollzogen. Zuletzt wird jeder Säugling segnend zum Himmel gehoben und dann zum Ankleiden der Patin übergeben. Alles verläuft sehr symbolträchtig und anschaulich. Den Abschluss des Gottesdienstes bildete die Segnung des Priesters. Da wir ja auch eine Hochzeit am Anfang miterlebten, Gruppenfototrommelten, tanzten und feierten am Ende die Jugendlichen und alle, die wollten, mit. Ein eritreisches Essen in einem Gemeinderaum schloss sich dann noch an. Wir fuhren sehr fröhlich und erfüllt nach Hause, um bei Merry und Mussie in kleinerer Runde die Taufe in ihrer Wohnung zu feiern.“ (pi)

 

Bild 1: Merry und Namin in einheimischen Festgewändern

Bild 2: Segnung der kleinen Namin mit dem Kreuz

Bild 3: Tauffeier im Kreis der Familie und Freunden

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