Spielstunde für die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft

Spielstunde_1
Wenn am Montagnachmittag eine Gruppe Jugendlicher von der Evangelischen Jugend ins Flüchtlingswohnheim kommt, wird sie von Kindern schon freudig mit den Rufen „Mango, Mango“ in Empfang genommen. Das ist ein Kanon, in dem es nur um Früchte geht und mit dem jede Woche die Gruppenstunde begonnen wird. Es wird viel gesungen. Besonders viele Bewegungslieder, bei denen dann auch die Bezeichnungen von Körperteilen oder die Namen der Wochentage gelernt werden können. Aber „Mango, Mango“ wird am liebsten gesungen und immer wieder gefordert.

Kreisspiele zu machen, was wir eigentlich besonders gut können, scheitert leider meist daran, dass die sprachlichen Möglichkeiten fehlen, die Spielregeln zu erklären. Manchmal ist keiner da, manchmal Übersetzer, die ins Arabische übersetzen können. Das können aber nicht alle kurdischen, afghanischen, bosnischen oder afrikanischen Kinder. Also wird gemacht, was wir durch Zeigen erklären können. Also basteln, malen oder tanzen.


Beim Basteln zeigt sich, dass etliche Kinder sehr offensichtlich kaum Schule oder Kindergarten besucht haben. Der Umgang mit der Schere ist zum Beispiel für viele ungewohnt. Und beim Papierflieger basteln mussten wir feststellen, dass die Technik des Papierfalzens kaum bekannt ist.

Als wir im Dezember zum ersten Mal im Hotel waren, hatten wir Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren eingeladen. Es kamen etwa 50 „Kinder“ im Alter von 3 bis 50 Jahren. Manche Erwachsene kommen mit in den Kreis und machen mit, andere stellen sich um die Gruppe herum und gucken zu, was wir mit den Kindern so machen. Mittlerweile stellen wir auch bei unseren Gruppenstunden fest, dass es deutlich weniger Menschen im Flüchtlingswohnheim gibt. Jetzt kommen etwa noch 20 Kinder und kaum noch Erwachsene. Programm zu machen, fällt so natürlich leichter. Jetzt ist erst einmal Ferien- und Urlaubspause. Am 18. April wird es dann weitergehen.


Text und Fotos: Bernd Cremer

Hinweis der Redaktion: Sowohl wir von der Initiative einLeben, als auch die Verantwortlichen der Flüchtlingsunterkunft freuen sich über engagierte Mitbürger, die Freizeitangebote für Groß oder Klein anbieten wollen oder sich vorstellen können, diese in bestehende Angebote einzubinden. Hierzu bitte mit uns Kontakt per E-Mail an kontakt@einleben.net aufnehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *