Integrationsberatung – Eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge in Bad Gandersheim

Seit dem 24.08.2016 befindet sich die Integrationsberatung Bad Gandersheim in den frisch renovierten Räumen der ‘Alten Diakonie’ in der Reutergasse in BadEinweihungsfeier 1 Gandersheim. Zur Eröffnungsfeier waren neben Vertretern der Stadt und anderer Institutionen  viele interessierte Bad Gandersheimer gekommen. Unter ihnen befanden sich auch viele Flüchtlinge, die in unserer Stadt und ihrer Umgebung fern von Krieg und Verfolgung in ihrem Heimatland eine neue Bleibe suchen oder gefunden haben.

„Die neuen Räumlichkeiten erleichtern die Arbeit der Integrationsberatung immens“,  meint Christina Mörth, die in einem Gespräch zusammen mit Amira Sultan die Entstehungsgeschichte und die momentane Situation in der Flüchtlingsberatung aufzeigt. Denn bisher musste der Beratungsplatz mit anderen Mitarbeitern im Haus der Diakonie geteilt werden.

Viele Flüchtlinge sind nach den vielfältigen Strapazen, die sie unterwegs erleiden 20160915_142016mussten, kurz nach der Ankunft in Bad Gandersheim mit den diversen Anmeldeverfahren, der Wohnungssuche und Verwaltungsvorgängen durch ihre Unkenntnis stark überfordert. Viele Probleme konnten die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingsinitiative EinLeben schon lösen, aber eine Anlaufstelle, wo weitere dringende Fragen geklärt werden konnten, gab es nicht. Aufgrund der großen Nachfrage hat Christina Mörth als Mitarbeiterin der Diakonie deshalb schon Ende 2015 die Beratungstätigkeit in diesem Bereich begonnen.

„Seit Beginn haben wir mit vielfältigen Problemen und der Suche nach entsprechenden Lösungsansätzen zu tun.“ Oft sind Christina und Amira mit der sich zäh hinziehenden Dauer der Asylverfahren und der damit verzögerten Ausstellung von Ausweispapieren konfrontiert. Die andauernde Ungewissheit über Bleibemöglichkeiten führt neben den Sorgen um die in der Heimat zurückgebliebenen Angehörigen bei vielen Flüchtlingen zu großen psychischen Belastungen. „Ein Teil unserer Aufgabe ist es hierbei im Gespräch beruhigend auf die Betroffenen einzuwirken und durch den Kontaktaufbau zur Ausländerbehörde nähere Informationen über den jeweiligen Stand des Verfahrens zu erhalten. Zur Zeit überlegen wir auch, wie unser jetziges Angebot um eine psychosoziale Beratung erweitert werden kann. Angedacht ist eine Vermittlung zwischen Flüchtlingen und professioneller Hilfe wie beispielsweise Psychologen/Psychiatern oder entsprechenden Beratungsstellen,” erklären Amira und Christina.

Auch Fragen zur Teilnahme an deutschen Sprachkursen wird versucht im Rahmen der Beratung zu klären. Ebenfalls ist die medizinische Versorgung der Bad Gandersheimereröffnung 2 Neubürger ein wichtiges Thema für die Hilfesuchenden. Hierzu gehören unter anderem die Beratung und Hilfestellung bei der Arztsuche und der Abrechnung von medizinischen Leistungen. „Neben Nachfragen von Flüchtlingsfamilien zu Kindergarten- und Schulplätzen, interessieren sich auch viele für Studienmöglichkeiten und der Anerkennung für Studienleistungen im Herkunftsland“, meint Christina. Aufgrund des großen Andrangs, der vielen unterschiedlichen Anfragen und deren Bearbeitung, würden sich beide über eine Entlastung durch weitere Mitarbeitende in der Beratungsstelle freuen.

Während des Interviews haben sich inzwischen die Räumlichkeiten der ‚Alten Diakonie‘ allmählich mit vielen Ratsuchenden gefüllt, da die Sprechzeiten gleich beginnen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Beratungsangebot der Diakonie ist und es auch gern und dankbar von einer großen Anzahl der Neubürger in Anspruch genommen wird. (ni)

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