Die kleine Namin seit Dienstagnacht auf der Welt und damit bei uns angekommen

Mussie und Merry, die jungen Eltern aus Eritrea sind überglücklich, dass sie nun eine kleine Familie und vor allem hier in Sicherheit sind. Im Januar 2012 hatten sie in EritreaNamin geheiratet, doch ihr gemeinsames Glück dauerte nur 4 Monate. Ein Einberufungsbrief zum Militär kam ins Haus und damit das Todesurteil für den jung verheirateten Mussie. Schon sein älterer Bruder wurde über Jahre beim Militär fest gehalten und kam erst im Sarg nach Hause. Mussie musste um sein Leben bangen und floh. Damit begann eine vierjährige Odyssee zu Fuß durch den Sudan. Dort fand er immer wieder einmal Hilfsjobs, mit denen er verschiedene Schlepper bezahlen musste. Dann ging es weiter nach Libyen, wo er monatelang im Gefängnis zubringen musste. Die Überfahrt in hebammeSchlepperbooten ging nach Sardinien. Dort lebte er wiederum monatelang auf der Straße. Er wäre verhungert, wenn er nicht immer wieder Essen von dort ansässigen Ordensschwestern bekommen hätte. Irgendwann ging es dann nicht mehr ganz so gefährlich über Rom mit dem Zug nach Deutschland ins Auffanglager Friedland. Inzwischen hatte sich auch seine Frau Merry auf den Weg gemacht, wobei sie auflachte als sie gefragt wurde, ob das mit dem Flugzeug für sie möglich war. Die Mutter hatte Merry ihre einzige bescheidene Altersvorsorge, einige goldene Ketten, mit auf den Weg gegeben. Irgendwann im letzten Jahr ist das Paar in Friedland wieder überglücklichEltern zusammen gekommen. Im August 2015 wurden sie uns nach Bad Gandersheim zugewiesen. Kann man sich vorstellen beziehungsweise erahnen, was es diesen beiden Menschen bedeutet jetzt hier in einer Wohnung zu leben?  Alle notwendigen Möbel haben sie inzwischen von der Bevölkerung geschenkt bekommen. Jetzt konnten sie sich in Ruhe und vor allem ohne Angst auf ihr kleines Mädchen freuen. Und dann erlebten sie die Schwangerschaft, die wunderbare Begleitung einer Hebamme, die freundliche Begrüßung auf der Entbindungsstation der Helios Klinik, das schnelle umsichtige Eingreifen des Frauenarztes in der Nacht als die Wehen kamen, beim_Friseurum den nötigen Kaiserschnitt durchzuführen, das liebevolle „Umsorgtwerden“ auf der Entbindungsstation. Beide, Merry und Mussie haben in diesen Tagen immer wieder in ihrem noch nicht so flüssigen Deutsch:“ Gott! Danke!“ aus tiefsten Herzen gesagt und danken damit auch der menschlichen Liebe, die sie hier umgibt. Schon am Nachmittag, nach der durchwachten Nacht am Bett seiner Frau ist Mussie wieder im Friseursalon Siebrecht, der ihm eine 14tägige Hospitation ermöglicht. Er hat in Eritrea als Friseur gearbeitet und möchte so gerne irgendeine, möglichst körperlich fordernde Arbeit finden und damit für seinen Familienunterhalt selbst sorgen. (pi)

Bild 1: Die kleine Namin, 7 Stunden alt

Bild 2: Die Hebamme Vera Pawelowski begleitet die nächtliche Geburt

Bild 3: Uff! es ist geschafft!

Bild 4: Kennenlernen der Arbeitswelt in Deutschland im Friseursalon Siebrecht

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