Deutschkurse – von Flüchtlingen gut angenommen

Jede Woche kommen neue Migrantinnen und Migranten nach Bad Gandersheim. Die KVHS Northeim hat deshalb ihr Angebot seit vergangenem Herbst stark erweitert, um möglichst alle Interessierten zu erreichen, die einen Wohnsitz  hier in GandersheimAlphakurs Drieschner zugewiesen bekommen haben. Einige warten auf den Asylbescheid, andere haben ihn bereits positiv erhalten. Um die unterschiedlichen Lernstufen berücksichtigen zu können, sind zum einen Kurse eingerichtet worden, die die Alphabetisierung zum Thema haben, also die lateinische Schrift vermitteln und auf dieser Basis erste deutsche Ausdrücke lehren, als auch Kurse, die die geringen bis guten Vorkenntnisse der Migrantinnen und Migranten fördern und ausbauen. Insgesamt laufen derzeit in Bad Gandersheim, Altgandersheim und Sebexen acht Kurse. Als Kursleiter sind Dietmar Drieschner und Francesco Longheu in Alphakursen tätig. Am Nikolaustag hat Dietmar Drieschner die Gelegenheit genutzt, ein bisschen Landeskultur mit süßen Überraschungen zu verbinden und seinen eifrigen Schülern ein vorweihnachtliches Geschenk mit nach Hause zu geben. Norbert Braun und Upul de Silva unterrichten Anfänger in A1-Kursen, Dr. Birgit Bödeker und Sigrid Bostelmann arbeiten auf A1-Niveau mit fortgeschrittenen Anfängern. Gudrun Söffker unterrichtet Fortgeschrittene zwischen A2 und B1. Dieser Kurs ist am 19. Dezember zu einer Exkursion nach Göttingen gefahren, um das Gelernte bei praktischen Übungen in der Bahn, der Tourist-Information und in Geschäften zu erproben. Außerdem erhielten die Migranten Einblicke in die Nutzung der Universitätsbibliothek. Die Pflanzenwelten in den Gewächshäusern des Alten Botanischen Gartens schenkten ihnen ungeahnte Erlebnisse. Auch Roza G. aus Eritrea hat der Ausflug nach Göttingen gut gefallen: „Ich bin schon in Göttingen gewesen, aber so wie heute habe ich es noch nie erlebt: Mit A2 Kurs Göttingenschönen Geschichten wie z.B. der Erzählung vom Gänseliesel. Mit das beste war der Jacobi-Kirchturm, auf den wir geklettert sind! Die Plattform ist 62 Meter hoch, und der Turm ist 600 Jahre alt. Ich habe Göttingen mit anderen Augen gesehen, das war sehr schön. Ein großes Dankeschön an alle Mitfahrenden“. Für das kommende Jahr ist die Teilnahme an Prüfungen auf unterschiedlichen Niveaustufen angestrebt. Jugendliche werden in der Grund- oder Oberschule aufgenommen bzw. von dort an geeignete Schulen der Region weiter vermittelt. Auch das Roswitha-Gymnasium hat langjährige Erfahrung in der Betreuung von jungen Migrantinnen und Migranten.

Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich seit Jahren in der Sprachvermittlung und sind nach wie vor wichtige Ansprechpartner für die neuen Bad Gandersheimer. Privater Nachhilfeunterricht ist von ihnen vielfältig angeboten worden und unterstützt die regelmäßigen Kursstunden mit individueller Förderung. Durch den großen Einsatz aller ist Gandersheim damit gut aufgestellt. Innerhalb des Netzwerkes für Flüchtlingshilfe „einLeben“ sind Elke Pilz (Telefon 05382/907210) und Irene Söffker (gleichzeitig Außenstellenleiterin der KVHS, Telefon 05382/3124) die Ansprechpartnerinnen für alle, die als mögliche Teilnehmer oder Nachhilfelehrer weitere Informationen zu den Sprachangeboten haben möchten. (söf)

Bild 1: Kleine Weihnachtsüberraschung für Teilnehmende des Alphakurses

Bild 2: Exkursion des Fortgeschrittenenkurses nach Göttingen

Weltcafé – ein wichtiger Treffpunkt der Flüchtlingshilfe einLeben

weltcaféDas Weltcafé im Martin-Luther-Haus an der Stiftskirche Bad Gandersheim entwickelt sich seit geraumer Zeit immer mehr zur wöchentlichen Informationsbörse für die aktuelle Situation und Entwicklungen in der Flüchtlingshilfe. Neben den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern besuchen auch viele neue und schon länger in und um Bad Gandersheim wohnende Flüchtlinge regelmäßig das Treffen. Gerade zu Beginn des Aufenthalts in der Region stellen sich beispielsweise viele Fragen zur Anmeldung, zu Sprachkursen oder zur Einrichtung eines notwendigen Bankkontos. Nicht nur Flüchtlinge haben hierzu Klärungs- und Beratungsbedarf, auch Helfende sind dankbar für Tipps und Anregungen von anwesenden erfahrenen und durch die berufliche Tätigkeit versierten Betreuern. Oft müssen vorort amtliche Schreiben übersetzt, erklärt und die nächsten Schritte aufgezeigt werden. Als Übersetzende bieten sich immer häufiger auch schon deutschkundige Flüchtlinge dabei an. Ebenfalls werden aktuelle Probleme mit der Wohnungssituation, bei der Beschaffung von benötigten Einrichtungsgegenständen und Kleidungsstücken besprochen und falls notwendig direkt kurzfristig Hilfe angeboten.

Gleichzeitig bietet das Treffen Interessierten die Möglichkeit die Flüchtlingsarbeit kennenzulernen und Kontakt aufzunehmen, um selbst in der Initiative einLeben mitzuwirken.Das Weltcafé findet immer freitags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt. (ni)

Erzählabend – Flüchtlinge berichten von ihren Fluchterlebnissen

ErzählabendViele Menschen sind zusammengekommen, um während eines abendlichen Treffens im Martin-Luther-Haus der Stiftskirche Bad Gandersheim von den Erlebnissen auf der Flucht nach Deutschland zu erzählen oder den Schilderungen zuzuhören. Die Berichte zeichnen eindrückliche Bilder von teilweise langen Irrfahrten durch zahlreiche Länder.
Auch wurden die Flüchtenden nicht immer gern willkommen geheißen. Jeder hatte etwas zu erzählen über die Situation in seinem Land, die Verfolgung Andersdenkender den Bedrohungen und Todesängsten.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben zu massiven Zerstörungen geführt, die manche Existenzgrundlage der Anwesenden vernichtet und zur Perspektivlosigkeit im Land geführt hat. Ungern haben sie ihre Heimat verlassen. Es war aber meist der einzige Ausweg, der sich ihnen bot, um zu überleben. Jetzt endlich in Deutschland glauben die anwesenden Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Iran Sicherheit zu finden, um sich eine neue Existenz, ein neues Leben aufbauen zu können. Ihre Gedanken sind aber auch fortwährend bei den Familienangehörigen, die nicht fliehen konnten und die weiterhin der Gewalt und Verfolgung in den Herkunftsländern ausgesetzt sind.

Einige ältere deutsche Zuhörende konnten mit den Erzählenden mitfühlen, hatten sie doch ähnlich schreckliche Erlebnisse und manchmal Todesängste auf der Flucht zum Ende des 2. Weltkrieges erfahren müssen. Wie schnell die Integration fortschreitet, zeigten junge Flüchtlinge, die schon so gut die deutsche Sprache beherrschten, dass sie zusammen mit anderen Teilnehmern im Stuhlkreis als Dolmetscher fungieren konnten. Gefragt nach ihren Zukunftsplänen war es den Flüchtlingen wichtig zu betonen, dass sie schnellstmöglich die deutsche Sprache beherrschen, ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen nutzen und ausbauen wollen, um einer Tätigkeit nachgehen zu können und damit die momentane finanzielle Unterstützung nicht mehr in Anspruch nehmen zu müssen. (ni)

Geschenkaktion für Kinder – Firma Bosch aus Kalefeld unterstützt Flüchtlingshilfe

Für viele von uns steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Um in dieser besinnlichen Zeit auch den Menschen eine Freude zu machen, die einen beschwerlichen Weg hinter sich haben, hat sich die Firma Bosch aus Kalefeld eine schöne Aktion und ausgesprochen nette Geste ausgedacht. Gemeinsam mit Vertretern der Initiative einLeben wurden im Martin Luther Haus in Bad Gandersheim kleine Geschenkpakete an Flüchtlingskinder übergeben.

Mitarbeiter des Werks in Kalefeld packten im Vorfeld kleine Kartons mit Sachen, die altersentsprechend auf die hier in Bad Gandersheim lebenden Flüchtlingskinder zugeschnitten waren.
Bei Keksen und Kakao für die aufgeregten Kinder und Tee und Kaffee für die Eltern und Flüchtlingsbegleiter erzählte zunächst jedes Kind auf Deutsch, woher es kommt und wie alt es ist.
Nicht nur Katharina Kasper, Vertreterin der Firma Bosch, war die Überraschung darüber anzusehen, wie gut die Kinder schon unsere Sprache beherrschen.

Anschließend kam der Höhepunkt für die Kinder: Frau Kasper rief jedes Kind einzeln mit Namen nach vorne und überreichte die liebevoll gepackten Geschenke.
Für alle Anwesenden war es eine Freude zuzusehen, wie erwartungsvoll die Jungen und Mädchen unterschiedlichsten Alters ihre Pakete öffneten und viele schöne Sachen dort drin entdecken konnten. Ob Spielzeug, bunte Zahnbürsten, Taschenrechner, dicke Socken oder Süßigkeiten – für jeden war etwas dabei.

Zum Abschluss bedankte sich Frau Stahl von der Diakonie sehr herzlich im Namen aller Flüchtlingskinder. Und auch vielen Müttern war es ein wichtiges Anliegen, Frau Kasper und der gesamten Belegschaft ihren Dank für den tollen Nachmittag persönlich auszusprechen. (mo)

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Laufen für die Flüchtlinge – Initiative einLeben beim 41. See-Park-Lauf vertreten

Am 21. November 2015 fand der bekannte See-Park-Lauf in Bad Gandersheim statt. In den Kategorien 12, 4 und 2,6 Kilometern führte die Laufstrecke die Teilnehmer von den Seeterrassen über die Osterbergseen und in das Landschaftsschutzgebiet.
Immer hier endet der Süd-Niedersachsen Cup. Der hiesige Sportverein Grün-Weiß ist schon seit vielen Jahren Ausrichter des Wettkampfes in Bad Gandersheim.

Mit Miriam Mole, Marion Mang und Nadim Sultan haben sich drei Flüchtlingsbegleiter das Ziel gesetzt, die vier Kilometer lange Strecke mitzulaufen und dabei die Initiative einLeben zu vertreten. Die drei Läuferinnen und Läufer versammelten sich an dem herrlich sonnigen Tag und liefen mit einem Schild auf dem Rücken: „Wir laufen für Flüchtlinge! Initiative einLeben Bad Gandersheim“ ihre sagenhaften vier Kilometer. Für die Läufer/innen war dabei nicht der Sieg das Ziel, sondern der Weg.

Ein ganz besonderes Highlight des Laufs: Die Teilnehmer wurden nicht nur von den zahlreichen einheimischen Zuschauern am Streckenrand unterstützt. Am Streckenabschnitt auf Höhe des ehemaligen Kurhotels Bartels versammelten sich auch viele Bewohner der Unterkunft und feuerten alle Läufer lautstark und fahnenschwingend an. Ein schönes Bild und eine tolle Geste! (mo)