Auch den Diakonissen liegt eine tatkräftige Unterstützung der Flüchtlingsarbeit vor Ort am Herzen.

Sehr erfreut war der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe „einLeben“, als Schwester Karin Hansen sich bei Nachfrage sofort einverstanden erklärte,  einigen Flüchtlingsfrauen Nähunterricht zu geben. So wurde zuerst nach geeigneten Nähmaschinen bei Bekannten gefragt und gesucht und auch gefunden. Inzwischen kommen drei Frauen in den Nähunterricht ins Cäcilie-Petersen-Haus und sind mit viel Freude bei der Sache. Zwei Frauen stammen aus dem Iran und legen sehr viel Wert darauf dass sie Perserinnen sind. Die Dritte stammt aus Eritrea. Stoffe wurden von der Dekorationsfirma in Einbeck, die schon lange mit dem Mutterhaus Salem zusammenarbeitet, gestiftet. Damit konnte es losgehen und es entstanden bereits Tragetaschen, Kissenbezüge, Kinderbekleidung und zuletzt Gardinen für eine neue Wohnung. So geschah es im Cäcilie-Petersen-Haus fast zwangsläufig, dass durch die entstandene Nähe zu Flüchtlingen der Wunsch nach mehr Begegnung und Beziehung mit ihnen wächst.

Diese Erfahrungen machen wir als Begleiter/innen von Flüchtlingen neben aller Arbeit immer wieder als sehr bereichernd und beglückend. Das Teilen und Schenken von Kraft, Zeit, Motivation und Fantasie ist zu tiefst sinnvoll und weihnachtlich. Die Schwestern des Cäcilie-Petersen-Haus haben an einem Nachmittag jetzt im Advent am Flüchtlingsschicksal zweier Familien teilgenommen. Der junge Mann aus Eritrea erzählte etwa holperig, aber in Deutsch von der Angst des ständigen Krieges in seinem Land. Er ist mit seiner jungen Frau Merry, die ein Baby erwartet geflohen und lebt jetzt hier bei uns in Bad Gandersheim. Er möchte so gerne bald Arbeit finden. Hinter der iranischen Familie liegt ein Schicksal, dass wir immer wieder, wenn auch viel zu wenig eindrücklich aus den Nachrichten mitbekommen. Sie mussten fliehen, da er im Iran aus Überzeugung und nach einer Hirnoperation Christ geworden war. Durch Denunzierung eines „Freundes“ war die Flucht aus der Heimat der einzige Weg, dem Todesurteil zu entkommen. Trotz Heimweh und Sehnsucht nach Eltern und Geschwistern im Iran dankten sie, dass sie hier neue Freunde kennen gelernt haben.

Zum Abschluss der bewegenden Begegnung an diesem Nachmittag wurden noch für die Familien Geschenke und für die Flüchtlingshilfe „einLeben“ eine stattliche Geldspende von allen Schwestern übergeben. Es ist sehr zu danken, dass die Schwesternschaft, die sich in vieler Hinsicht an die eigenen Fluchterlebnisse im letzten Krieg noch lebhaft erinnern, im Gebet und in der Tat am Flüchtlingselend dieser Zeit so warm und von Herzen teilnehmen. (pi)

bei den Schwestern               Nr 2              IMG_2963

Bild 1: Die Adventseinladung der Schwestern und Mieter des Cäciliuie-Petersen-Haus

Bild 2: Beim Nähen entstehen schöne und praktische Dinge

Bild 3: Die kleine Nika vergisst bei der Verabschiebung auf keinen Fall die Geschenke

Weltcafé – ein wichtiger Treffpunkt der Flüchtlingshilfe einLeben

weltcaféDas Weltcafé im Martin-Luther-Haus an der Stiftskirche Bad Gandersheim entwickelt sich seit geraumer Zeit immer mehr zur wöchentlichen Informationsbörse für die aktuelle Situation und Entwicklungen in der Flüchtlingshilfe. Neben den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern besuchen auch viele neue und schon länger in und um Bad Gandersheim wohnende Flüchtlinge regelmäßig das Treffen. Gerade zu Beginn des Aufenthalts in der Region stellen sich beispielsweise viele Fragen zur Anmeldung, zu Sprachkursen oder zur Einrichtung eines notwendigen Bankkontos. Nicht nur Flüchtlinge haben hierzu Klärungs- und Beratungsbedarf, auch Helfende sind dankbar für Tipps und Anregungen von anwesenden erfahrenen und durch die berufliche Tätigkeit versierten Betreuern. Oft müssen vorort amtliche Schreiben übersetzt, erklärt und die nächsten Schritte aufgezeigt werden. Als Übersetzende bieten sich immer häufiger auch schon deutschkundige Flüchtlinge dabei an. Ebenfalls werden aktuelle Probleme mit der Wohnungssituation, bei der Beschaffung von benötigten Einrichtungsgegenständen und Kleidungsstücken besprochen und falls notwendig direkt kurzfristig Hilfe angeboten.

Gleichzeitig bietet das Treffen Interessierten die Möglichkeit die Flüchtlingsarbeit kennenzulernen und Kontakt aufzunehmen, um selbst in der Initiative einLeben mitzuwirken.Das Weltcafé findet immer freitags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt. (ni)

Erzählabend – Flüchtlinge berichten von ihren Fluchterlebnissen

ErzählabendViele Menschen sind zusammengekommen, um während eines abendlichen Treffens im Martin-Luther-Haus der Stiftskirche Bad Gandersheim von den Erlebnissen auf der Flucht nach Deutschland zu erzählen oder den Schilderungen zuzuhören. Die Berichte zeichnen eindrückliche Bilder von teilweise langen Irrfahrten durch zahlreiche Länder.
Auch wurden die Flüchtenden nicht immer gern willkommen geheißen. Jeder hatte etwas zu erzählen über die Situation in seinem Land, die Verfolgung Andersdenkender den Bedrohungen und Todesängsten.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben zu massiven Zerstörungen geführt, die manche Existenzgrundlage der Anwesenden vernichtet und zur Perspektivlosigkeit im Land geführt hat. Ungern haben sie ihre Heimat verlassen. Es war aber meist der einzige Ausweg, der sich ihnen bot, um zu überleben. Jetzt endlich in Deutschland glauben die anwesenden Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Iran Sicherheit zu finden, um sich eine neue Existenz, ein neues Leben aufbauen zu können. Ihre Gedanken sind aber auch fortwährend bei den Familienangehörigen, die nicht fliehen konnten und die weiterhin der Gewalt und Verfolgung in den Herkunftsländern ausgesetzt sind.

Einige ältere deutsche Zuhörende konnten mit den Erzählenden mitfühlen, hatten sie doch ähnlich schreckliche Erlebnisse und manchmal Todesängste auf der Flucht zum Ende des 2. Weltkrieges erfahren müssen. Wie schnell die Integration fortschreitet, zeigten junge Flüchtlinge, die schon so gut die deutsche Sprache beherrschten, dass sie zusammen mit anderen Teilnehmern im Stuhlkreis als Dolmetscher fungieren konnten. Gefragt nach ihren Zukunftsplänen war es den Flüchtlingen wichtig zu betonen, dass sie schnellstmöglich die deutsche Sprache beherrschen, ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen nutzen und ausbauen wollen, um einer Tätigkeit nachgehen zu können und damit die momentane finanzielle Unterstützung nicht mehr in Anspruch nehmen zu müssen. (ni)

Geschenkaktion für Kinder – Firma Bosch aus Kalefeld unterstützt Flüchtlingshilfe

Für viele von uns steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Um in dieser besinnlichen Zeit auch den Menschen eine Freude zu machen, die einen beschwerlichen Weg hinter sich haben, hat sich die Firma Bosch aus Kalefeld eine schöne Aktion und ausgesprochen nette Geste ausgedacht. Gemeinsam mit Vertretern der Initiative einLeben wurden im Martin Luther Haus in Bad Gandersheim kleine Geschenkpakete an Flüchtlingskinder übergeben.

Mitarbeiter des Werks in Kalefeld packten im Vorfeld kleine Kartons mit Sachen, die altersentsprechend auf die hier in Bad Gandersheim lebenden Flüchtlingskinder zugeschnitten waren.
Bei Keksen und Kakao für die aufgeregten Kinder und Tee und Kaffee für die Eltern und Flüchtlingsbegleiter erzählte zunächst jedes Kind auf Deutsch, woher es kommt und wie alt es ist.
Nicht nur Katharina Kasper, Vertreterin der Firma Bosch, war die Überraschung darüber anzusehen, wie gut die Kinder schon unsere Sprache beherrschen.

Anschließend kam der Höhepunkt für die Kinder: Frau Kasper rief jedes Kind einzeln mit Namen nach vorne und überreichte die liebevoll gepackten Geschenke.
Für alle Anwesenden war es eine Freude zuzusehen, wie erwartungsvoll die Jungen und Mädchen unterschiedlichsten Alters ihre Pakete öffneten und viele schöne Sachen dort drin entdecken konnten. Ob Spielzeug, bunte Zahnbürsten, Taschenrechner, dicke Socken oder Süßigkeiten – für jeden war etwas dabei.

Zum Abschluss bedankte sich Frau Stahl von der Diakonie sehr herzlich im Namen aller Flüchtlingskinder. Und auch vielen Müttern war es ein wichtiges Anliegen, Frau Kasper und der gesamten Belegschaft ihren Dank für den tollen Nachmittag persönlich auszusprechen. (mo)

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Laufen für die Flüchtlinge – Initiative einLeben beim 41. See-Park-Lauf vertreten

Am 21. November 2015 fand der bekannte See-Park-Lauf in Bad Gandersheim statt. In den Kategorien 12, 4 und 2,6 Kilometern führte die Laufstrecke die Teilnehmer von den Seeterrassen über die Osterbergseen und in das Landschaftsschutzgebiet.
Immer hier endet der Süd-Niedersachsen Cup. Der hiesige Sportverein Grün-Weiß ist schon seit vielen Jahren Ausrichter des Wettkampfes in Bad Gandersheim.

Mit Miriam Mole, Marion Mang und Nadim Sultan haben sich drei Flüchtlingsbegleiter das Ziel gesetzt, die vier Kilometer lange Strecke mitzulaufen und dabei die Initiative einLeben zu vertreten. Die drei Läuferinnen und Läufer versammelten sich an dem herrlich sonnigen Tag und liefen mit einem Schild auf dem Rücken: „Wir laufen für Flüchtlinge! Initiative einLeben Bad Gandersheim“ ihre sagenhaften vier Kilometer. Für die Läufer/innen war dabei nicht der Sieg das Ziel, sondern der Weg.

Ein ganz besonderes Highlight des Laufs: Die Teilnehmer wurden nicht nur von den zahlreichen einheimischen Zuschauern am Streckenrand unterstützt. Am Streckenabschnitt auf Höhe des ehemaligen Kurhotels Bartels versammelten sich auch viele Bewohner der Unterkunft und feuerten alle Läufer lautstark und fahnenschwingend an. Ein schönes Bild und eine tolle Geste! (mo)

Gelungene Film-Matinee im Gandeon

Am gestrigen Sonntag hatte die Flüchtlingsinitiative einLeben im Kino Gandeon in Bad Gandersheim im Rahmen der Interkulturellen Woche zu einer Film-Matinee eingeladen, was von zahlreichen Besuchern gern wahrgenommen wurde. Der vorgeführte Film „WILLKOMMEN AUF DEUTSCH“ ist eine nachdenklich stimmende Dokumentation über die Asylpolitik am Beispiel eines Dorfes in der Nähe von Hamburg und seines Landkreises.

Die im Film aufgezeigten bewegenden Einzelschicksale, die viele Parallelen zu den teilweise traumatischen Erfahrungen unserer Flüchtlinge hier vor Ort aufwiesen, machte vielen Gästen deutlich, dass diese Menschen intensive einfühlsame Unterstützung bei der Integration in unsere Gesellschaft und der Entwicklung einer neuen Perspektive benötigen.

Nach dem Film wurde zu einem Buffet geladen, das mit teilweise von Flüchtlingsfamilien erstellten landesspezifischen Gerichten und Köstlichkeiten bestückt war. Es ergaben sich viele angeregte Gespräche und Diskussionen zu dem Gesehenen und der momentanen Flüchtlingssituation mit den noch zahlreich verbliebenen Filmgästen, Flüchtlingen und Mitgliedern der Flüchtlingsinitiative einLeben. Einige der Teilnehmenden sagten nach der Veranstaltung spontan zu die Flüchtlingshilfe einLeben die sich freitags regelmäßig von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr im Weltcafé im Martin-Luther-Haus an der Stiftskirche treffen tatkräftig zu unterstützen.

Buffet

Auf dem Buffet wurden viele unterschiedliche leckere Gerichte aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge angeboten.

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Viele Filmbesucher haben sich nach der Vorführung in kleinen Gesprächsgruppen intensiv mit den Filminhalten und der Flüchtlingssituation vor Ort auseinandergesetzt. (ni)