Ehrenamtliche von einLeben und Flüchtlinge besuchen gemeinsam die Stadt Goslar

IMG_6105-1024x768

„Die Altstadt von Goslar  ist sehr schön. Der Weihnachtsmarkt ist sehr bunt. Die Fahrt in die Stadt hat meinen Freunden und mir in der großen Gruppe viel Spaß gemacht. Das sollten wir öfter machen.“ Abdullah, seit über einem Jahr nach seiner Flucht in Bad Gandersheim ansässig, interessiert sich sehr für die alten Gebäude und die Stadtgeschichte. Die Flüchtlingsinitiative EinLeben hatte alle ehrenamtlichen Helfer und von ihr betreuten Flüchtlinge eingeladen am Sonntag den 4.12. an einer vorweihnachtlichen Tagesfahrt nach Goslar teilzunehmen.  Eine große Anzahl traf sich deshalb mittags auf dem Bad Gandersheimer Bahnhof, um gemeinsam mit der Regionalbahn nach Goslar zu fahren. Schon während der Fahrt entwickelten sich viele Gespräche zwischen den Teilnehmenden. Immer wieder gerieten bei Einigen angstbesetzte Erinnerungen an die Flucht und die Sorge um zurückgelassene Familienmitglieder dabei in den Vordergrund. Das zeigt, dass Anspannung, Ungewissheit und nicht verarbeitete Erlebnisse immer noch massiv den Alltag der geflüchteten Erwachsenen und Jugendlichen und Kinder bestimmen.
Die Sprache stellt kein großes Hindernis mehr da, weil fast alle Flüchtlinge seit geraumer Zeit die in Bad Gandersheim angebotenen Sprachkursen erfolgreich besuchen und sich schon gut auf Deutsch verständigen können.
In Goslar wurde die Gruppe wegen ihrer Größe aufgeteilt, um an einer Führung durch die historische Altstadt teilzunehmen. Aufmerksam folgten die Flüchtlinge den Ausführungen der beiden Stadtführer, mussten aber bei manchen speziellen Begriffen, besonders im Bereich der Baukunst, passen, soweit reichten die Deutschkenntnisse dann doch noch nicht. „Da muss man eben häufiger Nachfragen, um zu verstehen,“ sagte eine der teilnehmenden Flüchtlingsfrauen. Aber auch durch die unterstützende Übersetzung durch Teilnehmende mit sehr guten Deutschkenntnissen, löste sich so manch fragender Blick auf.IMG_6114-1024x768Abschließend stand ein Besuch des Goslarer Weihnachtmarktes auf dem Programm. Den Rundgang nahmen viele der Angereisten gern wahr und  ließen sich begeistern durch die vielen Lichterketten und das bunte fröhliche Treiben auf dem Markt.
Sehr zufrieden mit dem gelungenen Tag, die gemeinsame Aktion von Ehrenamtlichen und den neu Eingebürgerten und dem Wunsch nach Wiederholung, kehrte die Gruppe abends nach Bad Gandersheim zurück. (ni)

Das Weltcafé – Umzug und neue Öffnungszeit

Weltcafe_2

Schon seit zweieinhalb Jahren ist das Weltcafé fester und bewährter Bestandteil
der Flüchtlingshilfe einLeben in Bad Gandersheim. Wöchentlich treffen sich hier regelmäßig in der Stadt oder im Umland wohnende Flüchtlinge und ehrenamtliche Betreuer, um Informationen auszutauschen und Hilfestellung bei auftretenden Problemen des alltäglichen Lebens zu geben. Auch interessierte Einwohner können hier die Initiative kennenlernen und unterstützen.

In der kommenden Woche am 08.12.2016 zieht das Weltcafé vom Martin-Luther-Haus in die „Alte Diakonie“ in der Stiftsfreiheit 14 um. In dem Gebäude befindet sich auch seit kurzer Zeit die Integrationsberatung (wir berichteten darüber).
Gleichzeitig ändert sich auch die Öffnungszeit dieses Treffpunktes. Ab 08.12.16 ist das Weltcafé wöchentlich donnerstags von 15:00 bis 17:00 geöffnet. (ni)

Deutschkurse für Flüchtlinge – Prüfungen erneut erfolgreich

Nachdem im Sommer bereits zahlreiche Geflüchtete ihre A1-Prüfungen, also die erste Stufe der Sprachprüfungen, erfolgreich absolviert hatten, wurden im Herbst nun erneut Zertifikate vergeben. Damit konnten sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene ihre Kenntnisse unter Beweis stellen. Aus einem A1-Kurs mit 200 Unterrichtsstunden sind die Palästinenser Mohammed Ekky, Ibrahim Ekky, Hasan Ekky und Ahmad Subhi Al Khalaf aus Syrien zur Prüfung gegangen und haben sehr gute Ergebnisse erzielt. Sie werden bereits jetzt bzw. demnächst alle in einem Integrationskurs auf ihrem Niveau weiter unterrichtet, um 2017 die B1-Prüfung abzulegen. B1 bedeutet, dass man sich in Alltagssituationen verständigen kann, dass sowohl der Wortschatz als auch die Grammatikkenntnisse ausreichen, um Sinnzusammenhänge zu erkennen und dem anderen mitzuteilen. Dies betrifft Themenbereiche wie Familie, Arbeit, Haushalt, Gesundheit, Verkehr, Nachrichten, Festtage, Freizeit, Bildung und den Kontakt mit Behörden. Aber auch gesellschaftspolitische Fragen und kulturelle Aspekte gehören zum Unterricht auf diesem Niveau.

Bestanden haben die B1-Prüfungen bereits Roza Gebralu aus Eritrea und Sandra Adjaklo aus Togo. Roza Gebralu ist derzeit Hausfrau und möchte in Zukunft als Krankenschwester arbeiten, während Sandra Adjaklo im Moment als Aupair-Mädchen beschäftigt ist und eine Ausbildung zur Physiotherapeutin anstrebt. Mit dem B1-Zertifikat ist das nun möglich. Herausragend gut ist bei beiden der Prüfungsabschnitt “Sprechen/Kommunikation” verlaufen, in dem sie fast die volle Punktzahl erreicht haben. Beide Frauen lernen bereits auch weiter, weil sie im kommenden Jahr die nächste Prüfung B2 ablegen möchten.

Zwischen A1 und B1 liegt die Stufe A2, und diese Prüfung hat ebenfalls im Herbst Ahmad Aljarah aus dem Irak erfolgreich abgelegt. Auch er hat im mündlichen Bereich seine Fähigkeiten besonders gut präsentieren können. In der Heimat hat er als Fotojournalist gearbeitet und plant nun eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich, während er bereits privat als Fotograf tätig ist. Für ihn steht Anfang nächsten Jahres dann die B1-Prüfung an.

Die KVHS nimmt gerne auch noch neue Interessenten in ihren Kursen auf: Wer Deutsch lernen möchte, aber im Moment noch keinen Kurs hat, kann sich bei der Außenstellenleiterin Irene Söffker unter Telefon 05382/3124 oder soeffkergan@t-online.de informieren. Auch Einstufungen werden von der KVHS vorgenommen, damit das Kursniveau stimmt.

Ein neuer A1-beginnt am Montag, 28. November, um 10.45 Uhr im KVHS-Raum in der Breslauer Straße. Dieser Kurs wird im Frühjahr die A1-Prüfungen ablegen. Da ein Integrationskurs in Bad Gandersheim ja bereits seit dem Sommer läuft, werden im Frühjahr 2017 auch weitere B1-Prüfungen angeboten. Ein neuer Integrationskurs beginnt ebenfalls am 28. November und endet im kommenden Sommer mit B1. Diesen Prüfungen können sich dann auch externe Interessenten anschließen, die keine Berechtigung zur Teilnahme am Integrationskurs haben, weil sie entweder noch kein Asyl haben oder nicht aus den als besonders gefährdet eingestuften Ländern Iran, Irak, Syrien oder Eritrea stammen. Insofern ist es für alle Zugezogenen aus dem europäischen Ausland, aber auch aus Afghanistan, Pakistan und anderen afrikanischen Ländern wichtig, dass weitere Sprachkurse in Bad Gandersheim angeboten werden. So läuft derzeit auch ein A1-Kurs, der als Alphabetisierungskurs begonnen hatte. Ein neuer B1/B2-Kurs ist im November gestartet und schult alle Fortgeschrittenen, die keinen Integrationskurs absolvieren. Sie können aber ebenfalls an den Prüfungen der Integrationskurse teilnehmen. Dazu werden auch einige Schüler und Schülerinnen der Sprachlernklassen gehören. Im Gymnasium bestehen weiterhin diese gesonderten Übungsklassen für junge Leute, die in den Regelschulbetrieb eingegliedert werden sollen, sobald sie genug Deutsch können. So erhalten sie die Möglichkeit, einen deutschen Schulabschluss zu machen. Dies gilt ebenso für die Geflüchteten, die in der Oberschule bereits erfolgreich in den Regelklassen unterrichtet werden. (g.söf)

     Deutschkurse Foto 2               Deutschkurse Foto 1

Foto 1 von links: Ibrahim Ekky, Mohammed Ekky,  Ahmad Subhi Al Khalaf vor ihrer Lehrerin Paula Chmielewska-Podyma

Foto 2 Ausflug zum Torfhaus nach dem Abholen der Zertifikate – von links: Roza Gebralu , Ahmad Aljarah ,Sandra Adjaklo

Integrationsberatung – Eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge in Bad Gandersheim

Seit dem 24.08.2016 befindet sich die Integrationsberatung Bad Gandersheim in den frisch renovierten Räumen der ‘Alten Diakonie’ in der Reutergasse in BadEinweihungsfeier 1 Gandersheim. Zur Eröffnungsfeier waren neben Vertretern der Stadt und anderer Institutionen  viele interessierte Bad Gandersheimer gekommen. Unter ihnen befanden sich auch viele Flüchtlinge, die in unserer Stadt und ihrer Umgebung fern von Krieg und Verfolgung in ihrem Heimatland eine neue Bleibe suchen oder gefunden haben.

„Die neuen Räumlichkeiten erleichtern die Arbeit der Integrationsberatung immens“,  meint Christina Mörth, die in einem Gespräch zusammen mit Amira Sultan die Entstehungsgeschichte und die momentane Situation in der Flüchtlingsberatung aufzeigt. Denn bisher musste der Beratungsplatz mit anderen Mitarbeitern im Haus der Diakonie geteilt werden.

Viele Flüchtlinge sind nach den vielfältigen Strapazen, die sie unterwegs erleiden 20160915_142016mussten, kurz nach der Ankunft in Bad Gandersheim mit den diversen Anmeldeverfahren, der Wohnungssuche und Verwaltungsvorgängen durch ihre Unkenntnis stark überfordert. Viele Probleme konnten die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingsinitiative EinLeben schon lösen, aber eine Anlaufstelle, wo weitere dringende Fragen geklärt werden konnten, gab es nicht. Aufgrund der großen Nachfrage hat Christina Mörth als Mitarbeiterin der Diakonie deshalb schon Ende 2015 die Beratungstätigkeit in diesem Bereich begonnen.

„Seit Beginn haben wir mit vielfältigen Problemen und der Suche nach entsprechenden Lösungsansätzen zu tun.“ Oft sind Christina und Amira mit der sich zäh hinziehenden Dauer der Asylverfahren und der damit verzögerten Ausstellung von Ausweispapieren konfrontiert. Die andauernde Ungewissheit über Bleibemöglichkeiten führt neben den Sorgen um die in der Heimat zurückgebliebenen Angehörigen bei vielen Flüchtlingen zu großen psychischen Belastungen. „Ein Teil unserer Aufgabe ist es hierbei im Gespräch beruhigend auf die Betroffenen einzuwirken und durch den Kontaktaufbau zur Ausländerbehörde nähere Informationen über den jeweiligen Stand des Verfahrens zu erhalten. Zur Zeit überlegen wir auch, wie unser jetziges Angebot um eine psychosoziale Beratung erweitert werden kann. Angedacht ist eine Vermittlung zwischen Flüchtlingen und professioneller Hilfe wie beispielsweise Psychologen/Psychiatern oder entsprechenden Beratungsstellen,” erklären Amira und Christina.

Auch Fragen zur Teilnahme an deutschen Sprachkursen wird versucht im Rahmen der Beratung zu klären. Ebenfalls ist die medizinische Versorgung der Bad Gandersheimereröffnung 2 Neubürger ein wichtiges Thema für die Hilfesuchenden. Hierzu gehören unter anderem die Beratung und Hilfestellung bei der Arztsuche und der Abrechnung von medizinischen Leistungen. „Neben Nachfragen von Flüchtlingsfamilien zu Kindergarten- und Schulplätzen, interessieren sich auch viele für Studienmöglichkeiten und der Anerkennung für Studienleistungen im Herkunftsland“, meint Christina. Aufgrund des großen Andrangs, der vielen unterschiedlichen Anfragen und deren Bearbeitung, würden sich beide über eine Entlastung durch weitere Mitarbeitende in der Beratungsstelle freuen.

Während des Interviews haben sich inzwischen die Räumlichkeiten der ‚Alten Diakonie‘ allmählich mit vielen Ratsuchenden gefüllt, da die Sprechzeiten gleich beginnen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Beratungsangebot der Diakonie ist und es auch gern und dankbar von einer großen Anzahl der Neubürger in Anspruch genommen wird. (ni)

Pflanzen-Aktions-Tag des Kur- und Verkehrsvereins Bad Gandersheim (KVV)

Pflanzaktion Holzmindenerstr.Es war endlich genügend Regen gefallen, um in der Kernstadt Bad Gandersheim und den umliegenden Dörfern letzten Sonnabend Tausende von Narzissen Zwiebeln in den Erdboden zu bringen. Im nächsten Frühjahr sollen uns viele Grasflächen mit dem hellen, leuchtenden Gelb der Narzissen erfreuen. So waren unterschiedliche Gandersheimer Gruppen ausgerüstet mit Spaten und Arbeitshandschuhen am Wochenende unterwegs. Auch eine Gruppe unserer Neubürger (gerne verabschieden wir uns von dem Begriff „Flüchtlinge“) unterstützte tatkräftig die Aktion. Alle arbeiteten mit vollem Einsatz und Freude zuerst an der Heckenbecker Straße und dann in der Umgebung des Diakonissen-Mutterhauses „Salem“ an der Hildesheimer Straße. Ein Neubürger, aus dem Iran stammend sagte zum Abschluss: „Jetzt ist Bad Gandersheim wieder ein bisschen mehr zu meiner neuen Heimat geworden!“ (pi)

Mutterhaus 2      Es geht dem Ende zu

Fußballgruppe Vollspann United – jeden Dienstag voll dabei!

Fußballgruppe Vollspann

Es ist Dienstag 18.00 Uhr. Auf dem Bolzplatz hinter dem Lidl-Markt in Bad Gandersheim ertönen die lauten Zurufe der Spielenden untereinander über das Areal bis zu den Zuschauerplätzen. Hektische Laufbewegungen, eine Gruppe Spieler drängt mit dem Ball durch geschicktes Zuspielen Richtung Tor. Dann ein Schuss. Zielgenau, für den Torwart unerreichbar wird der Ball in die rechte obere Ecke ins Netz platziert. Tor!

Vierzehn fußballbegeisterte Jugendliche, Männer und Frauen eilen zum Anstoßpunkt, um das Spiel fortzusetzen. Sie gehören alle zur Hobby-Fußballgruppe „Vollspann United“, die vor gut einem Jahr gegründet wurde. Initiatoren waren Andree Schröder und Marcel Gillner aus Bad Gandersheim. Seit dem Frühjahr 2016 sind über die Mitspieler Miriam Mole und Nadim Sultan von der Initiative einLeben auch viele Geflüchtete zu der Spielgemeinschaft hinzugekommen.

Schon lange suchten die neuen Bad Gandersheimer nach Möglichkeiten, sich fußballsportlich an ihrem neuen Lebensort betätigen zu können. Regelmäßig treffen sich alle einmal die Woche.
Mit der Teilnahme am Ahlshäuser FUN-Cup im Juli dieses Jahres konnte darüber hinaus auch schon erste echte Wettkampf Erfahrung gesammelt und der außergewöhnliche Team-Spirit unter Beweis gestellt werden.

Sprach- oder Verständigungsschwierigkeiten gibt es in der Mannschaft kaum, da die Spielregeln zum einen jedem wohlbekannt sind und andererseits die bisher erworbenen deutschen Sprachkenntnisse zur Verständigung untereinander schon ausreichend vorhanden sind. Es herrscht ein sehr freundschaftliches Verhältnis unter den Spielenden. Sportliches Verhalten ist Ehrensache. Verbal entgleisende Auseinandersetzungen, Missgunst oder absichtliche grobe Fouls sind hier kein Thema.

Für einige Talente der Fußballgruppe ging die sportliche Reise sogar noch weiter. Neben Vollspann United sind sie mittlerweile bei lokalen Vereinen wie dem SV Harriehausen oder der SVG Grün-Weiß Bad Gandersheim aktiv.
Es ist schön zu sehen, dass das Thema Integration auch bei unseren Vereinen großgeschrieben wird. Und welches Mittel ist dabei bitte besser geeignet als der Sport?!“, so Initiator Andree Schröder.

Noch nicht absehbar ist, wie in der kalten Jahreszeit das regelmäßige Spielen der Hobbykicker fortgesetzt werden kann. Dringend wird deshalb eine Halle gesucht. Für jeden Tipp ist Vollspann United sehr dankbar.

Wer eine Möglichkeit weiß, kann sich unter redaktion@einleben.net gerne an unsere Redaktion wenden. Wer Spaß am Mitmachen bei Vollspann United hat, ist herzlich eingeladen dienstags ab 18:00 Uhr auf dem Bolzplatz hinter dem Lidl-Markt vorbeizuschauen. Mehr Infos und Kontakt außerdem auf Facebook unter „Vollspann United Bad Gandersheim“.  (ni)

Alte Diakonie – Einzug der Integrationsberatung in die neu renovierten Räumlichkeiten steht kurz bevor

Wie wir schon Ende letzten Jahres berichteten, wird seit längerer Zeit geplant, dieRenovierung bisher leer stehende Alte Diakonie wieder neu zu beleben. Der erste Schritt hierfür erfolgt nun  zur Einweihung am 26. August 2016. Ein Teil der Räumlichkeiten wird dann die Integrationsberatung der Diakonie im Braunschweiger Land belegen. Hierfür waren einige Renovierungsmaßnahmen erforderlich, um eine ansprechende Atmosphäre für die Einrichtung zu gewährleisten.

Die Integrationsberatung will Menschen mit Migrationshintergrund Möglichkeiten aufzeigen, wie sie die Herausforderungen, die das Leben in einer anderen Kultur mit sich bringen, besser bewältigen können. In der Alten Diakonie wird es deshalb unter anderem Hilfestellung und Beratung in Fragen zu Asyl- und Ausländerrecht, beim Zugang zu Sprach- und Integrationskursen, zur Gesundheit und Schwangerschaft oder zum Schulbesuch und zur Berufsausbildung geben.

HinterhofAuch der Hinterhof der Alten Diakonie wurde mit Unterstützung engagierter Helfer aufgeräumt und neu gestaltet. Hier sollen bei schönem Wetter Besucher der Beratungsstelle verweilen können und Gelegenheit erhalten mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Später werden weitere Projekte im Hause folgen. Der neu entstehende Treffpunkt soll Flüchtlinge als Neubürger der Stadt mit anderem kulturellen Hintergrund und schon länger hier lebende Bad Gandersheimer Bürger einander näher bringen, um sich und die jeweiligen Lebensgewohnheiten besser verstehen und (ein)schätzen zu können. (ni)

Erfolgreich bestanden! 25 Sprachschüler absolvieren ihre erste A1-Deutsch-Prüfung

Am vergangenen Samstag klopften hier in Bad Gandersheim 25 Herzen schneller, als diese zum ersten Mal in der fremden und schweren Sprache Deutsch in den KVHS Räumen geprüft werden sollten.
Die dafür zuständigen Kursleiter der KVHS Norbert Braun, Sigrid Bostelmann, Dietmar Drieschner, Upul de Silva mit der Leiterin der KVHS Sprachabteilung und Integration Halida Sydymanova aus Northeim führten diese Prüfung durch.
So ging es an diesem Tag, in Untergruppen eingeteilt, um verschiedene Prüfungsteile. Das genaue Hören und damit Verstehen der fremden Sprache, das Erledigen eines schriftlichen Teils ohne dabei immer wieder nachfragen zu können, einen Ausspracheteil und eine mündliche Prüfung stellten echte Anforderungen an jede/n Beteiligten. Die Lehrkräfte saßen danach noch einige Zeit zusammen, um nach einem Punktesystem die Bewertung vorzunehmen.
Inzwischen ist erleichternd durchgesickert, dass alle von ausreichend bis gut+ bestanden haben. Unsere herzliche Gratulation gilt diesen Sprachschülern, ihrem Fleiß und ihren Bemühungen. Ein Teil von ihnen besucht bereits den Integrationskurs, der am Montag in den KVHS Räumen begonnen hat. (pi)

Ein weiterer Schritt zu einer guten Integration in unserem Land – Die orthodoxe Taufe der kleinen Namin in einer ev. Kirche in Kassel

 

Im März berichteten wir von der Geburt Namins, deren Eltern aus Eritrea fliehen mussten und in Bad Gandersheim aufgenommen wurden. Seitdem werden sie von Mitgliedern der Flüchtlingshilfe betreut, um ihnen die Integration als Neubürger zu erleichtern. Bei der jetzt kürzlich durchgeführten orthodoxen Taufe der kleinen Namin in einer ev. Kirche in Kassel berichtet Elke Pilz, die vor Ort der Zeremonie beiwohnte:

„Ab 6 Uhr morgens sollte ein orthodoxer Gottesdienst mit 3 Taufen und einer Hochzeit in der Landessprache Eritreas stattfinden. Die Tante von Mussie, er ist der Vater von Merry + NaminNamin, war mit Tochter und Sohn extra aus England gekommen und hatte für den Täufling und für die Mutter Merry die Landestracht für dieses Fest als Geschenk mitgebracht. Einige Freunde waren aus verschiedenen Richtungen ebenfalls gekommen, um an diesem Taufgottesdienst teilzunehmen. Es erwarteten uns in der Kirche Jugendliche mit Trommeln, der Hauptpriester mit 3 Hilfspriestern und eine langsam anwachsende Gemeinde, die alle festlich, Männer und Frauen, in weiß gekleidet waren. Vorne in der Kirche war wie in orthodoxen Kirchen üblich der Altarbereich für die Priester abgeteilt und mit Vorhängen verhüllt. Die Priester traten immer wieder während der Handlungen hinter ihnen hervor, um mit der Gemeinde zusammen zu singen und zu beten und Segnungen vorzunehmen. Für mich als Deutsche erlebte Tauf-zeremonieich den Rollentausch, den unsere ausländischen Mitbürger in unseren Gottesdiensten erleben. Vieles war fremd, unverständlich und doch gut mit den Augen zu verfolgen. 3 ½ Stunden verlief der Gottesdienst zuerst mit der Trauungszeremonie, dem eigentlichen Gottesdienstablauf und dann den Taufen. Nach der Segnung des Taufwassers, des Taufbereichs und der Anwesenden, werden die Säuglinge entkleidet, und die Taufzeremonie vollzogen. Zuletzt wird jeder Säugling segnend zum Himmel gehoben und dann zum Ankleiden der Patin übergeben. Alles verläuft sehr symbolträchtig und anschaulich. Den Abschluss des Gottesdienstes bildete die Segnung des Priesters. Da wir ja auch eine Hochzeit am Anfang miterlebten, Gruppenfototrommelten, tanzten und feierten am Ende die Jugendlichen und alle, die wollten, mit. Ein eritreisches Essen in einem Gemeinderaum schloss sich dann noch an. Wir fuhren sehr fröhlich und erfüllt nach Hause, um bei Merry und Mussie in kleinerer Runde die Taufe in ihrer Wohnung zu feiern.“ (pi)

 

Bild 1: Merry und Namin in einheimischen Festgewändern

Bild 2: Segnung der kleinen Namin mit dem Kreuz

Bild 3: Tauffeier im Kreis der Familie und Freunden

Spielstunde für die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft

Spielstunde_1
Wenn am Montagnachmittag eine Gruppe Jugendlicher von der Evangelischen Jugend ins Flüchtlingswohnheim kommt, wird sie von Kindern schon freudig mit den Rufen „Mango, Mango“ in Empfang genommen. Das ist ein Kanon, in dem es nur um Früchte geht und mit dem jede Woche die Gruppenstunde begonnen wird. Es wird viel gesungen. Besonders viele Bewegungslieder, bei denen dann auch die Bezeichnungen von Körperteilen oder die Namen der Wochentage gelernt werden können. Aber „Mango, Mango“ wird am liebsten gesungen und immer wieder gefordert.

Kreisspiele zu machen, was wir eigentlich besonders gut können, scheitert leider meist daran, dass die sprachlichen Möglichkeiten fehlen, die Spielregeln zu erklären. Manchmal ist keiner da, manchmal Übersetzer, die ins Arabische übersetzen können. Das können aber nicht alle kurdischen, afghanischen, bosnischen oder afrikanischen Kinder. Also wird gemacht, was wir durch Zeigen erklären können. Also basteln, malen oder tanzen.


Beim Basteln zeigt sich, dass etliche Kinder sehr offensichtlich kaum Schule oder Kindergarten besucht haben. Der Umgang mit der Schere ist zum Beispiel für viele ungewohnt. Und beim Papierflieger basteln mussten wir feststellen, dass die Technik des Papierfalzens kaum bekannt ist.

Als wir im Dezember zum ersten Mal im Hotel waren, hatten wir Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren eingeladen. Es kamen etwa 50 „Kinder“ im Alter von 3 bis 50 Jahren. Manche Erwachsene kommen mit in den Kreis und machen mit, andere stellen sich um die Gruppe herum und gucken zu, was wir mit den Kindern so machen. Mittlerweile stellen wir auch bei unseren Gruppenstunden fest, dass es deutlich weniger Menschen im Flüchtlingswohnheim gibt. Jetzt kommen etwa noch 20 Kinder und kaum noch Erwachsene. Programm zu machen, fällt so natürlich leichter. Jetzt ist erst einmal Ferien- und Urlaubspause. Am 18. April wird es dann weitergehen.


Text und Fotos: Bernd Cremer

Hinweis der Redaktion: Sowohl wir von der Initiative einLeben, als auch die Verantwortlichen der Flüchtlingsunterkunft freuen sich über engagierte Mitbürger, die Freizeitangebote für Groß oder Klein anbieten wollen oder sich vorstellen können, diese in bestehende Angebote einzubinden. Hierzu bitte mit uns Kontakt per E-Mail an kontakt@einleben.net aufnehmen.